Ausgabe 3 - 1/2021 - Uta Caroline Sommer

Vorgeschichten der Klimakontrolle und -manipulation Jules Vernes "Die Propellerinsel" und "Kein Durcheinander"

Jules Verne hat in seiner umfangreichen, mehr als 60 Titel umfassenden und seit 1867 von Pierre-Jules Hetzel als Voyages Extraordinaires verlegten Romanserie eine Vielzahl von technischen Innovationen und möglichen Zukunftsszenarien in den Blick genommen. Dass er in seinen zwei eher unbekannten späten Romanen Die Propellerinsel (L’île à hélice, 1895) und Kein Durcheinander (Sans dessus-dessous,1889) auch Fragen von globaler und planetarischer Klimakontrolle und -manipulation thematisiert hat, mag angesichts der Fülle von Wissensbeständen, die in seine als „Enzyklopädie des Wissens“ angelegte Romanserie Eingang gefunden haben, nicht verwundern. Ich möchte im Folgenden diskutieren, inwiefern diese Romane frühe Techniken der Klimaregulation und -gestaltung verhandeln und Vorgeschichten dessen bieten, was heute als Climate Engineering firmiert.

Vernes Abenteuergeschichten zeichnen sich bekanntermaßen nicht durch anspruchsvolles Erzählen aus, das Interessante an ihnen scheint vielmehr im Seriellen zu liegen. Indem die Serie die Vorstellung des Originals (und auch von Originalität) verabschiedet, steht sie den Verfahren technischer Reproduzierbarkeit nahe. Vernes Romane tragen damit ein Wissen um technische Entwicklungen in sich, die neben dem überholten wissenschaftlichen Wissen noch mit einem anderen, nämlich einem Trivialwissen, korrespondieren und daher auch gegenwärtig noch höchst aufschlussreich sind.

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